Tag 4 – Menschlicher Zusammenhalt in Utopia

Ich glaube nicht an einen globalen menschlichen Zusammenhalt. Wir schaffen das ja nicht mal innerhalb unseres eigenen Landes und woanders sieht es auch nicht besser aus. Viele interessiert ein Zusammenhalt gar nicht, solange sie Geld und Macht haben oder auf der Jagd danach sind.

Der einzige Weg in diese Utopie wäre wenn es auch dem letzten klar ist, dass wir nur eine Chance haben auf Dauer zu überleben, wenn wir uns über Ressourcen einigen und Macht und Geld anders verteilen. Ohne Druck von außen wird nichts passieren.

Und dann gab es die Frage, ob das erstrebenswert ist.

Das wäre eine schöne neue Weltordnung, eine demokratische und unbestechliche, die darauf achtet, dass alles gerecht verteilt ist und die Ressourcen geschützt. Eine Utopie halt…

Tag 3 – Utopia, unsere Zukunft?

Es gibt keine Utopie ohne Dystopie oder umgekehrt. Wo wäre das Gleichgewicht? Eine utopische Welt, in der alles nur gut ist, würde nicht lange existieren. Die Menschen würden alle lange leben, sich vermehren wie Kaninchen vor lauter Glück und dann wäre der Planet schnell voll. Das wars dann mit der Heilen Welt. Kriege, Elend und Krankheiten sind schlimm, aber auf einer Metaebene auch ein Werkzeug, die Population zu regulieren.

Natürlich sollte man das nicht fatalistisch hinnehmen. Es wäre sehr schön ohne Kriege, Hunger und Krankheiten zu leben, aber dann müsste man sich was anderes überlegen um die Population in den Griff zu bekommen. Was wäre die Konsequenz? Gesetze für die Anzahl der Kinder, Euthanasie mit 75? Und schon bewegen wir uns wieder Richtung Dunkel weil Licht ohne Schatten niemals funktionieren wird.

So wie es aussieht, müssen wir Kompromisse schließen. Den Hunger bekämpfen, Kriege durch Verhandlungen ersetzen.

Es wäre schon viel, wenn den Menschen mehr bewusst wäre, dass wir im Grunde alle Teil eines kollektiven Bewusstseins sind, unser Körper und das sogenannte „Ich“ ein vorübergehender Zustand. Dann würden die Menschen sich auch mehr verantwortlich dafür fühlen, wenn anderen Schlimmes passiert. Ich bin nicht religiös, aber ich glaube daran, dass ich nur ein Teil von etwas Grösserem bin. Und das ich mehr bin als mein Ego.

Tag 2 – Sind wir mit den Coronamassnahmen auf den Weg in die Dystopie?

Am 15. März wurde in Philippines der Lockdown ausgerufen. Wenige Wochen später wurde das Militär mit einbezogen. Menschen haben von heute auf morgen null Einkommen gehabt und es gibt keine Unterstützung wie auch immer. Die Menschen hungern. Ach ja doch, manchmal gab es Care-Pakete, wenn die nicht auf dem Weg bei irgendeinem Dorfcaptain eingesackt wurden. Und zwar pro Haushalt: 2 Kilo Reis, 1 Dose Sardinen und 2 Packungen Instantnudeln. In den Städten explodiert Corona, weil es in den Slums unmöglich ist auf Abstand zu achten. Die ganze Wirtschaft befindet sich in freiem Fall. Meine Familie ist auch betroffen. Politisch gesehen versucht Pres. Duterte über sein Notstandsgesetz noch mehr Menschenrechte abzuschaffen.

Das war ein praktisches Erlebnis, wie es gehen kann. Kein Gejammer vom Wohnzimmer aus, ich hab dort drei Monate im Ort gelebt und mit vielen geredet und jeden Tag die Wellblechhuette des Nachbarn im Auge. Die ersten paar Wochen musste ich mehr oder weniger auf dem Grundstück bleiben, später mit Passierschein mal in den Supermarkt. Für alles hat man eine Genehmigung gebraucht. Lebensmittel waren auch knapp. Wir hatten genug Fleisch, Fisch, Reis und grünes Gemüse, aber für die Armen war das schlimm. Diverse Reisspenden sind auch nie angekommen, weil viele so korrupt sind.

Ich sehe hier keine Straßensperren, willkürliche Verhaftungen und Militär vorm Supermarkt. Jeder hat zu essen und es gibt sogar Hilfe. Ich kann meine Meinung kundtun, jeder Querdenker natürlich auch, und wir gehen nicht in den Knast. Deshalb stehe ich hinter unserer Maßnahmen und der Impfung.

Tag 1 – Utopie und Dystopie

Utopie ist ein verfickter Wunschtraum, die uns wie das Leckerli fuer den Hund vor der Nase rumbaumelt, nur man schnappt es nie. Die Dystopie wartet nur einen Sprung über das Meer. Oder, lauert fünf Meter neben einer lauschigen Hütte mit Vollpension und utopischen Sonnenuntergang. Oder in Form eines verrückten Präsidenten mit narzisstischer Persoenlichkeitsstoerung, der seine genauso verrückten weißen Anhänger zum Putsch bringen will. Oder in Form eines Virus, der die ganze Welt durcheinander bringt. Oder in der Zerstoerung einer heilen Welt, die sowieso nur eine Utopie war.