Tag 6 – Die Hybris zerstoert Utopia

Hybris – ein extreme Form der Selbstueberschaetzung oder des Hochmuts…

Ist die Hybris mit Macht verbunden, wird es kritisch. Viele Machtmenschen finden sich auf der Checkliste der Psychopathie wieder. Ist irgendwie logisch. Ohne eine bestimmte Gleichgültigkeit anderen gegenüber kann man keine Macht erreichen, der Weg dorthin ist schmutzig. Paart sich das mit Hybris, ist es eine zerstörerische Kraft.

Tag 5 – Wie koennen wir besser kooperieren?

Inbegriff von Solidarität und Kooperation sind Ameisen für mich. Ich hatte ja reichlich Gelegenheit, diese zu studieren in Asien. Lässt man nur ein paar Krümel Zucker auf dem Tisch, ist innerhalb weniger Minuten eine Straße dorthin gelegt. Obwohl man vorher keine einzige Ameise gesehen hat. Wenn eine Ameise Probleme hat, den Krümel zu schleppen, kommen sofort andere Ameisen zu Hilfe um mit anzupacken. Dann sieht man drei, vier Ameisen, die gemeinsam ihre Beute nach Hause tragen.

Man kann sich von Ameisen schon was abschauen.

Tag 4 – Menschlicher Zusammenhalt in Utopia

Ich glaube nicht an einen globalen menschlichen Zusammenhalt. Wir schaffen das ja nicht mal innerhalb unseres eigenen Landes und woanders sieht es auch nicht besser aus. Viele interessiert ein Zusammenhalt gar nicht, solange sie Geld und Macht haben oder auf der Jagd danach sind.

Der einzige Weg in diese Utopie wäre wenn es auch dem letzten klar ist, dass wir nur eine Chance haben auf Dauer zu überleben, wenn wir uns über Ressourcen einigen und Macht und Geld anders verteilen. Ohne Druck von außen wird nichts passieren.

Und dann gab es die Frage, ob das erstrebenswert ist.

Das wäre eine schöne neue Weltordnung, eine demokratische und unbestechliche, die darauf achtet, dass alles gerecht verteilt ist und die Ressourcen geschützt. Eine Utopie halt…

Tag 3 – Utopia, unsere Zukunft?

Es gibt keine Utopie ohne Dystopie oder umgekehrt. Wo wäre das Gleichgewicht? Eine utopische Welt, in der alles nur gut ist, würde nicht lange existieren. Die Menschen würden alle lange leben, sich vermehren wie Kaninchen vor lauter Glück und dann wäre der Planet schnell voll. Das wars dann mit der Heilen Welt. Kriege, Elend und Krankheiten sind schlimm, aber auf einer Metaebene auch ein Werkzeug, die Population zu regulieren.

Natürlich sollte man das nicht fatalistisch hinnehmen. Es wäre sehr schön ohne Kriege, Hunger und Krankheiten zu leben, aber dann müsste man sich was anderes überlegen um die Population in den Griff zu bekommen. Was wäre die Konsequenz? Gesetze für die Anzahl der Kinder, Euthanasie mit 75? Und schon bewegen wir uns wieder Richtung Dunkel weil Licht ohne Schatten niemals funktionieren wird.

So wie es aussieht, müssen wir Kompromisse schließen. Den Hunger bekämpfen, Kriege durch Verhandlungen ersetzen.

Es wäre schon viel, wenn den Menschen mehr bewusst wäre, dass wir im Grunde alle Teil eines kollektiven Bewusstseins sind, unser Körper und das sogenannte „Ich“ ein vorübergehender Zustand. Dann würden die Menschen sich auch mehr verantwortlich dafür fühlen, wenn anderen Schlimmes passiert. Ich bin nicht religiös, aber ich glaube daran, dass ich nur ein Teil von etwas Grösserem bin. Und das ich mehr bin als mein Ego.

Tag 2 – Sind wir mit den Coronamassnahmen auf den Weg in die Dystopie?

Am 15. März wurde in Philippines der Lockdown ausgerufen. Wenige Wochen später wurde das Militär mit einbezogen. Menschen haben von heute auf morgen null Einkommen gehabt und es gibt keine Unterstützung wie auch immer. Die Menschen hungern. Ach ja doch, manchmal gab es Care-Pakete, wenn die nicht auf dem Weg bei irgendeinem Dorfcaptain eingesackt wurden. Und zwar pro Haushalt: 2 Kilo Reis, 1 Dose Sardinen und 2 Packungen Instantnudeln. In den Städten explodiert Corona, weil es in den Slums unmöglich ist auf Abstand zu achten. Die ganze Wirtschaft befindet sich in freiem Fall. Meine Familie ist auch betroffen. Politisch gesehen versucht Pres. Duterte über sein Notstandsgesetz noch mehr Menschenrechte abzuschaffen.

Das war ein praktisches Erlebnis, wie es gehen kann. Kein Gejammer vom Wohnzimmer aus, ich hab dort drei Monate im Ort gelebt und mit vielen geredet und jeden Tag die Wellblechhuette des Nachbarn im Auge. Die ersten paar Wochen musste ich mehr oder weniger auf dem Grundstück bleiben, später mit Passierschein mal in den Supermarkt. Für alles hat man eine Genehmigung gebraucht. Lebensmittel waren auch knapp. Wir hatten genug Fleisch, Fisch, Reis und grünes Gemüse, aber für die Armen war das schlimm. Diverse Reisspenden sind auch nie angekommen, weil viele so korrupt sind.

Ich sehe hier keine Straßensperren, willkürliche Verhaftungen und Militär vorm Supermarkt. Jeder hat zu essen und es gibt sogar Hilfe. Ich kann meine Meinung kundtun, jeder Querdenker natürlich auch, und wir gehen nicht in den Knast. Deshalb stehe ich hinter unserer Maßnahmen und der Impfung.

Tag 1 – Utopie und Dystopie

Utopie ist ein verfickter Wunschtraum, die uns wie das Leckerli fuer den Hund vor der Nase rumbaumelt, nur man schnappt es nie. Die Dystopie wartet nur einen Sprung über das Meer. Oder, lauert fünf Meter neben einer lauschigen Hütte mit Vollpension und utopischen Sonnenuntergang. Oder in Form eines verrückten Präsidenten mit narzisstischer Persoenlichkeitsstoerung, der seine genauso verrückten weißen Anhänger zum Putsch bringen will. Oder in Form eines Virus, der die ganze Welt durcheinander bringt. Oder in der Zerstoerung einer heilen Welt, die sowieso nur eine Utopie war.

Klein, aber fein

Ich interessiere mich im Moment für kleine Muster und Formen. Das fasziniert mich. Am meisten inspiriert mich Lee Krasner dabei. Es ist eine besondere Art zu malen, es erfordert Geduld. Natürlich muss man sich vorher überlegen wie man das Bild anlegt. Ich mache dazu diverse Entwürfe, bis es das ist, was ich möchte. Aber wenn man sein System hat, dann wiederholt es sich immer bis zum Schluss.

Ich finde das sehr meditativ und entspannend. Allerdings arbeite ich erstmal mit dem Format 30×30 cm. Keine Ahnung, wie ich das bei einem großen Format durchhalte.

Dieses Bild hier hat einen bunten Hintergrund mit Acryl gemalt und die Details sind in Öl. Es ist das erste seiner Art und ich hoffe, dass eine Serie entsteht.

Ist das Kunst? Das sollen andere entscheiden. Ich weiß, dass man ein gutes Gefühl für die Balance des Bildes braucht. Es ist wie eine Melodie, die man mit Linien komponiert. Und ich glaube, dass die Gedanken und Gefühle, die man während des Prozesses hat, in jedem kleinen Strich ihren Ausdruck finden und das Bild lebendig werden lassen.

Kunst, Corona und Deutschland

Ich frage mich, wie sich der Lockdown und Corona auf die Kunst auswirkt. Wird sie fröhlicher, wilder, grau, langweilig? Jeder von uns ist ziemlich auf sich allein gestellt, Ablenkung und Inspiration von außen wird es nicht geben. Die Zeiten sind extrem im Vergleich, die Rechten kriechen aus ihren Löchern weil sie Gehör finden.

Ich frage mich, ob es in der Weimarer Republik auch so war, von der Stimmung her. Eines ist gleich, die Leute fühlen sich unsicher, haben Angst und als erstes wird ein Sündenbock für die Misere gesucht. Damals waren es die Juden und alle, die anders sind. Heute ist es Corona und die Ausländer oder Deutsche mit Migrantenhintergrund, besonders oder weil sie Moslems sind.

Das macht mir Angst.

Kunst ist Leben, leben ist Kunst, oder so

Wie komme ich zu dem Zitat? Es fiel mir sehr spontan ein, oft weiß ich selbst erst beim weiteren Nachdenken warum mir was einfiel und was ich sagen möchte. Natürlich rein subjektiv.

Die Lebenskunst ist es, einigermaßen heil durchzukommen, andere Menschen immer mit Respekt zu begegnen und Liebe. Das ist nicht einfach. Gerade in dieser Zeit mit Corona fällt mir auf, wie dumpf doch viele sind, von Respekt und Liebe keine Spur. Ich liebe auch nicht jeden, aber ich versuche so eine Art abstrakte Liebe für meine Mitmenschen zu behalten. Kunst ist es auch – in meinem Fall – ganz unten aufzuschlagen, sich wieder aufzurappeln und keine Bitterkeit mehr zu fühlen über die schlimmen Sachen, die passiert sind. Bitterkeit ist, was Menschen zerfrisst und hässlich macht.

Ohne ein gelebtes Leben ist es nicht möglich, gute Kunst zu machen. Ich weiß nicht, ob meine Kunst „gut“ ist, aber sie ist ehrlich. Alles was ich produziere, kommt aus meinem Herzen. Wenn ich nicht das Leben gehabt hätte dass ich hatte, könnte ich nicht so malen. Vielleicht würde ich dann Landschaften abmalen (nichts gegen Landschaftsmaler, aber sehr wenige sprechen mich an). Ich habe soviel in mir, Trauer, Schmerz, Freude, Craziness und das bringe ich zum Ausdruck.

So bedingt das Eine das Andere für mich.

Art in the Box – der Tag danach

Am 18.10. und 25.10. fand jeweils die Ausstellung statt in 25 leeren Boxen im Blue Sky Lager in Frankfurt. Eine tolle Idee. Normalerweise werden dort Moebel, Drogen, Leichen usw. gelagert. Drogen und Leichen entspringen meiner lebhaften Fantasie, nicht dass es Geruechte gibt.

Jede(r) hatte seine zugewiesene Box, manchmal auch zwei oder drei, in dem wir unsere Kunstwerke praesentieren durften. Es war sehr interessant, viel verschiedene Kunst zum sehen. Wir hatten auch recht viel Publikum, zumindest fuer Corona Zeiten.

Mir hat es grossen Spass gemacht und es war auch genau der Anstoss, den ich brauchte um wieder aktiver zu werden. Die letzten Monate waren recht aufregend, aber nicht unbedingt in kreativer Hinsicht…