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Was meine Bilder über mich aussagen, oder auch nicht

Manchmal irritiert es mich, dass von einem Bild auf meinen aktuellen Gemütszustand geschlossen wird. Ich male sicher intuitiv und hauptsächlich aus dem Bauch heraus, ohne Vorlagen. Und ich erzähle damit über Gefühle, versuche sie abstrakt darzustellen und durch Farbe eine bestimmte Stimmung zu erzeugen. So gut zu werden, dass Betrachter sich berührt fühlen oder es sogar etwas in ihnen auslöst, ist mein Ziel. Manchmal ergeben sich dadurch tolle Gespräche, dass ist eine große Bestätigung für mich. Aber ich bin nicht mein Bild.

Bei einem Landschaftsmaler fragt niemand, wie das geistige Befinden während des Prozesses war.

Ich muss mich nicht im aktuellen Moment mies fühlen, nur weil ich gerade ein Bild über Ängste oder Schmerz male. Das wäre auch nicht gut, denn Kunst ist für mich keine Selbsttherapie, die schlechte Arbeit entschuldigt. Ich mache mir Gedanken über meine Komposition, welche Farben ich nehme, welche Technik die Beste ist und wenn der Rahmen für meine Arbeit mehr oder weniger festgelegt ist, dann geht es erst an den „Künstlerischen Ausdruck“. All das zusammen ergibt dann das Werk.

Hilfe, ich studiere Kunst

Nachdem ich schon lange autodidaktisch male, habe ich mich seit ca. 2 Jahren mit dem Gedanken getragen, Kunst richtig zu studieren. Warum? Ich habe genug Fantasie für zwei Leben, aber immer öfter komme ich an meine handwerklichen Grenzen. Das möchte ich gern ändern.

Ich habe mit informeller Malerei angefangen und liebe es immer noch. Genauso viel Freude macht es aber auch, ein Bild zu planen und zu komponieren. Ich möchte gern das beste aus beiden Welten für mich nutzen.

Künstlerische Utopien

18.1. bis 31.1.2021 Alla Prima  – Ein Bild pro Tag im Rahmen eines Gruppenprojekts.

Jeden Tag wurde in unserem Projekt ein Bild erstellt zu dem Thema kuenstlerische Utopien fuer die Zukunft.  Es war ein interessantes Experiment, die Gedanken und Gefuehle in einer abstrakten Weise auszudruecken und einen begleitenden Text zu schreiben.

Hier gehts zur Galerie.

Tag 14 – Agape in Utopia

Agape ist die allumfassende Liebe, die nichts verlangt. Die Liebe einer Mutter ist Agape, die Liebe Buddhas und Jesus, der Menschen, die sich selbstlos für andere oder eine groessere Sache geopfert haben.

Ein bisschen können wir auch Agape leben, in dem wir für jemand anderes etwas tun ohne Gegenleistung zu verlangen. Nicht an einem Penner mit Verachtung vorbeilaufen, sondern ihn anschauen und erkennen, dass wir beide Teil des Ganzen sind, dass der Schmerz des anderen auch unser Schmerz ist, weil wir nicht getrennt sind.

Die meisten Menschen leben unter der Illusion der Getrenntheit. Doch wir teilen uns den selben Raum, die Existenz eines kollektiven Bewusstsein und Unterbewusstsein ist eine Tatsache, vielleicht ist auch unsere Seele nur ein Teil einer grossen Seele.

Tag 11 – Transhumanismus

„Transhumanismus ist eine philosophische Denkrichtung, die die Grenzen menschlicher Möglichkeiten, sei es intellektuell, physisch oder psychisch, durch den Einsatz technologischer Verfahren erweitern will.“

Ich habe den Begriff heute zum ersten Mal gelesen, finde dieses Thema sehr spannend.

Wird es möglich werden, Intelligenz zu optimieren? Werden Menschen Maschinenteile eingebaut bekommen? Und werden in der nächsten Evolutionsstufe dann Menschen durch Maschinen ganz ersetzt, weil wir ihnen während der Transition langsam immer mehr Macht bekommen?

Vielleicht gibt es einen neuen Faschismus, indem nicht genetisch verbesserte Menschen vernichtet werden und der neue Übermensch ist geboren. Wer weiss das schon.

Tag 8 – Symbiose

Das Bild ist eine Symbiose von materiellen und immateriellen Kräften. Musik, Intuition, Wasser, Farbe, Moorlauge, Papier, die ich habe zusammenwirken lassen. Zu 90% ist das Bild Zufall und ein Produkt dieser Synergie und die Effekte die damit aufgetreten sind.

Durch Symbiose kann neues entstehen. Die Kommunikation der einzelnen Kräfte macht eine Syerst möglich. Hätte ich kein Wasser benutzt oder vielleicht andere Musik gehört, was wiederum meinen Rhythmus des Farbauftrags und Mischen beeinflusst hätte, wäre ein anderes Bild entstanden.

Wie im richtigen Leben halt.