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Frankfurt und der Soul

Es tut sich inzwischen einiges in unserer schönen Stadt für die Freunde des Souls und des Blues.

Hier die Highlights:

Jeden Dienstag gibt es Live Blues im Orange Peel.

In Bornheim hat das Blueberry Hill aufgemacht. Ein sehr gutes Restaurant mit Live Piano Musik. Aber man kann auch einfach gemütlich an der Bar sitzen und etwas trinken. Sonntag gibt es von 11 Uhr bis 16 uhr Gospelbrunch mit Gästen wie z.B.  Dynelle Rhodes von den Weather Girls oder Vanda Guzman. Ein Geheimtipp – bis jetzt noch – für alle, die Gospel mögen.

Und der schönste originellste Friseursalon in ganz Frankfurt, Hairbase. Ganz im Stil eines amerikanischen Barbershops. Nein, es IST ein Barbershop, nur auf dem falschen Kontinent.

Ok, für den In-Haarschnitt und Strähnchen geht man da nicht hin, nicht als Frau. Aber hier gibts Spitzenschneiden günstig und außerdem ist eine nette Unterhaltung inbegriffen. Hairbase macht aber noch  viel mehr. In unregelmäßigen Abständen werden Soulparties in verschiedenen Locations veranstaltet, bis jetzt bin ich noch von keiner vor drei Uhr morgens weggekommen.

Leider habe ich keine Homepage gefunden außer auf Facebook, dort bleibt man auf dem Laufenden. Hairbase auf Facebook.

So, mir fällt demnächst bestimmt noch mehr ein und ich hoffe doch, dass es in Frankfurt so weitergeht.

 

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Blues Session mit Tommie Harris & Friends

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Seele versus Verstand

Es ist mutig, dass zu tun was unser Gefühl für richtig hält, wenn der Verstand was anderes spricht. Unser Verstand trifft natürlich öfter die Entscheidung für ein ruhiges Leben.  Aber wo bleibt die Intensität, der Kick und die aufregenden Beziehungen mit Menschen, die anders sind? Die es uns nicht einfach machen, die uns provozieren, aber die uns fühlen lassen. Wie oft verstecken wir unsere eigenen Ängste und Gefühle weil wir Angst haben zu fühlen und die Kontrolle zu verlieren?

Manche Menschen passen sich ein ganzes Leben an, machen alles “richtig”, immer schön dem Mainstream entlang. Und dann verlieren sie den Verstand.

Wenn man seinen Verstand nicht allzuviel Wert beimisst, kann man ihn jedenfalls nicht verlieren.

 

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Was uns hinzieht


zu dem hellen Stern

der aus der dunklen Tiefe scheint.

Und lockt

mit Versprechungen

die wahr sein können

oder auch nicht.

 

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Redesign

Endlich das Update gemacht und meine Lounge wieder zum Leben erweckt.

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Geschichte von Motown

Motown, eigentlich Motown Record Company, L.P., ist eine Plattenfirma, die 1959 ursprünglich unter dem Namen Tamla Record Company von Berry Gordy Jr. in Detroit, Michigan gegründet wurde. Außerhalb der USA ist sie teilweise auch als Tamla-Motown bekannt. Die Firma machte sich vor allem durch Produktion und Vertrieb von R&B-, Soul- und Pop-Musik einen Namen, hatte aber auch stets Künstler aus anderen Genres unter Vertrag. 1988 wurde die Firma an die MCA/Universal verkauft und ist heute im Besitz der Universal Music Group (Vivendi). Der Firmensitz befindet sich in New York.

Der Name Motown leitet sich von Motor Town, einer Anspielung auf die Autostadt Detroit, ab.

1959–1972

Berry Gordy Jr. begann seine Karriere im Musikgeschäft 1957 als Songschreiber für Detroiter Musiker wie Jackie Wilson und The Matadors. Beeinflusst durch seinen ersten Top-10-Hit – Gordy war Mitautor von Wilsons Lonely Teardrops – und der Erkenntnis, dass das große Geld seiner Branche durch Produktion und Vertrieb unter Vertrag stehender Künstler verdient wird, gründete er 1959 seine erste Plattenfirma Tamla Records mit einem Startkapital von 800 US-Dollar. Die ersten Musiker, die er mit dem Darlehen seiner Familie unter Vertrag nahm, waren die Matadors, die sich daraufhin in The Miracles umbenannten. Der Leadsänger der Miracles, Smokey Robinson, wurde Vizepräsident der neuen Firma, und auch einige Familienmitglieder Gordys, darunter seine Schwester Gwen und sein Vater Berry Sr., wirkten bei Entscheidungen mit. Tamlas erste Veröffentlichung im Gründungsjahr war Marv Johnsons Come to Me. Unter den von Tamla vertretenen Künstlern befanden sich u. a. Mable John, Mary Wells und Barrett Strong. Der erste Hit der Firma war Barrett Strongs Money (That’s What I Want) (1959), der Platz 2 der Billboard-R&B-Charts erreichte.

1960 kaufte Gordy in West Grand Boulevard, Detroit, ein Einfamilienhaus und brachte daran ein Schild mit der Aufschrift Hitsville U.S.A. an. Das Photolabor im Erdgeschoss wurde zum Aufnahmestudio (Studio A., genannt „The Snakepit“) umgebaut und die Familie zog in den 2. Stock des Hauses. Das ebenfalls 1960 gegründete Schwesterlabel Motown Records wurde aufgrund der Assoziation zu Motor City, dem Spitznamen Detroits, zum Namensgeber der Mutterfirma Motown Record Corporation, der neben Tamla und Motown später auch noch Gordy Records und viele kleinere Labels (V.I.P., Melody, Soul) angehörten. Innerhalb weniger Jahre kaufte die Firma mehrere benachbarte Häuser und brachte dort Büros und diverse Studios unter. 1968 zog man in die Detroiter Innenstadt um, nur das Studio A., das von 1959 bis 1972 rund um die Uhr für Aufnahmen offenstand, wurde weiterhin genutzt.

Shop Around von den Miracles erreichte am 16. Januar 1961 den 2. Platz der Billboard-Hot-100-Charts und war Motowns erste Platte, die sich mehr als eine Million mal verkaufte. Im Laufe des Jahres unterschrieben The Supremes mit Diana Ross, der elfjährige Little Stevie Wonder und die Temptations bei der jungen Firma. Im Dezember bescherten The Marvelettes der Firma ihren ersten Nummer-Eins-Hit in den Billboard Charts, Please Mr. Postman. Die Motown-Künstler, darunter auch Marvin Gaye, belegten in den 60er Jahren die Spitzenplätze der Verkaufslisten und übten großen Einfluss auf die Musik, ebenso wie die Firma auf die Musikindustrie, aus. Hinter den Erfolgen standen vor allem Songschreiber und Produzenten wie William Mickey Stevenson, Norman Whitfield und das Erfolgstrio Holland–Dozier–Holland. Fünf Jahre nach dem ersten Nummer-Eins-Hit eröffnete Gordy eine Motown-Filiale in Hollywood, um dort seine Künstler zu TV- und Filmstars aufzubauen und zeitgleich Soundtracks zu veröffentlichen. Dieser Schritt wurde ihm von vielen Seiten übel genommen, denn die Kommerzialisierung war der Musik anzuhören. Die größte internationale Sensation waren die Jackson Five, deren Star Michael Jackson 1970 mit nur elf Jahren der jüngste Nummer-Eins-Sänger der Geschichte wurde. Keine andere Band verkaufte in den frühen 1970ern mehr Platten und schließlich wurden sie der erfolgreichste R&B-Act des Jahrzehnts.

Von 1961 bis 1971 hatte Motown 110 Top-10-Hits. In den späten 60er Jahren bewarb sich die Firma selbst mit „The Sound of Young America“, der schwarze wie weiße Jugendliche gleichermaßen zu begeistern wusste.

1972–1998

Nachdem die erfolgreichen Songschreiber Brian Holland, Lamont Dozier und Eddie Holland Motown 1967 wegen Streitigkeiten über die Verteilung von Tantiemen verlassen hatten, sank die Qualität der Musik ebenso wie die Häufigkeit von Nummer-Eins-Hits. Trotzdem hatte Motown in den 70ern und 80ern noch eine Reihe erfolgreicher Musiker aufbieten können, etwa Lionel Richie und The Commodores, Rick James, Teena Marie und DeBarge.

1972 wurde der Firmensitz von Detroit nach Los Angeles verlegt, um von dort ins Filmgeschäft einzusteigen. Motown war am Film Lady Sings the Blues mit Diana Ross in der Hauptrolle beteiligt, der für mehrere Oscars nominiert war. Außerdem erschienen u. a. Mahogany, The Wiz, Thank God It’s Friday und The Last Dragon, die allerdings nicht an den großen Erfolg anknüpfen konnten.

Ab Mitte der 80er verlor die Firma kontinuierlich Kapital und im Juni 1988 sah sich Gordy gezwungen, sein Lebenswerk für 61 Mio. US-Dollar an MCA/Universal und Boston Ventures zu verkaufen.[1] Die Label Motown, Tamla und Gordy wurden unter dem Namen Motown zusammengelegt.

Obwohl Motown in den 90ern durch Künstler wie Boyz II Men und Johnny Gill wieder an die Spitze der Charts kam, schaffte es die Firma nicht aus der wirtschaftlichen Krise. Ein Personalkarussel von Geschäftsführern, angefangen mit dem von der MCA ernannten direkten Nachfolger Gordys, Jheryl Busby, übernahm die Leitung. Laut Busby schenkte die MCA Motowns Produkten nicht genügend Aufmerksamkeit und vernachlässigte die Vermarktung. 1991 klagte sich Motown aus dem Vertriebsvertrag mit der MCA und vergab den Vertrieb an PolyGram. PolyGram kaufte Motown zwei Jahre später von Boston Ventures. 1994 wurde Busby durch Andre Harrell (Uptown Records) ersetzt. Harrell blieb nur weniger als zwei Jahre Geschäftsführer, da man ihm Führungsschwäche vorwarf. Die Geschäfte wurden von Danny Goldberg, Leiter von PolyGrams Mercury-Records-Gruppe, und George Jackson weitergeführt.

1998–2006

1998 nahm Motown populäre Künstler wie 702, Brian McKnight und Erykah Badu in seinen Katalog auf, dafür verließen Diana Ross und Smokey Robinson das Label im folgenden Jahr. Im Dezember 1998 wurde PolyGram von Seagram übernommen und Motown in die Universal Music Group (UMG) integriert. Bei UMG erwog man kurze Zeit, das ins Trudeln geratene Traditionslabel aufzugeben, entschied sich aber, es neu zu strukturieren. Kedar Massenburg, ein Produzent Erykah Badus, wurde neuer Geschäftsführer und verantwortete die erfolgreichen Veröffentlichungen von Badu, McKnight, Michael McDonald und India.Arie. 2005 folgte Sylvia Rhone, frühere Geschäftsführerin von Elektra Records. Motown wurde mit Universal Records zur Universal Motown Records Group verschmolzen, einem Dachlabel der UMG, das die Veröffentlichungen und Kataloge von Motown, Universal, Blackground, Republic, Cash Money, Casablanca und anderen Labels betreut.

Der Katalog Motowns im Jahr 2006 umfasste u. a. die R&B-Sänger India.Arie, Erykah Badu, Mýa, Kem und Yummy Bingham, die Pop-Sängerin Lindsay Lohan, die Reggae-Sänger Damian und Stephen Marley und die Rapper Trick Trick und Nick Cannon. Stevie Wonder ist der letzte Künstler aus Motowns Classic-Zeit, der dem Label erhalten blieb.

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Westcoast Blues

Während unserer Reise durch den Westen Amerikas landeten wir einen schönen Maitages in Santa Clara, Siliconvalley im Hyatt Regency. Meine liebe Freundin hatte den Wunsch, an einem Bay-Con teilzunehmen – ein Haufen verrückter Science Fiction Fans treffen sich dort einmal im Jahr um Podiumsdiskussionen abzuhalten, ihre Kostüme vorzuführen und sich mit viel Alkohol und eigenartigen Tänzen zu vergnügen. Nicht ganz meine Welt, obwohl es recht interessant war, das Treiben gelegentlich zu beobachten. Ansonsten gibt es in diesem Teil der Welt nicht viel zu tun. Also machte ich mich an einem schönen Samstags abend auf, den einzigen Bluesclub weit und breit zu erkunden, JC’s Blues.

Leider kommt man zu diesem Club nur mit dem Auto bzw. Taxi vom Hyatt aus. Selbst fahren kam nicht in Frage, da ich auch was trinken wollte und die Taxikosten waren niederschmetternd. Aber gut, man muss Opfer für seinen Spaß bringen…

Ich wurde sehr angenehm überrascht. An diesem Abend sang Kaye Bohler, eine lokale Musikerin. Sie bot ein Superkonzert mit viel Leidenschaft und Stimme. Abgesehen von ein paar Standards – die sie sehr schön interpretierte – sang sie ihre selbstgeschriebenen Songs, was ich ganz toll fand. Die Stimmung war gut und die Leute waren sehr offen und nett. Obwohl ich alleine kam, hatte ich sofort Anschluss und mich einfach wohl gefühlt.

Am Ende des Konzerts wurde ich eingeladen am nächsten Tag in San José bei einem BBQ-Blues Nachmittag vorbeizuschauen im Old Wagon Saloon. Diese nahm ich gern an und praktischerweise fährt auch eine Straßenbahn vom Hotel nach Downtown San José.

Es war einfach, die Bar zu finden, in den meisten Städten der USA sind die Straßen so angelegt, dass man sich nicht verlaufen kann. Im Gegensatz zu Deutschland ist die Innenstadt von San José allerdings praktisch tot. Bevor ich zu meinem Ziel ging, ging ich noch etwas spazieren und dabei fiel mir auf, dass es in der Häusereinöde schon das eine oder andere Café gibt oder auch kleine Bars. Offenbar bemüht man sich, die Stadt etwas lebendiger zu machen.

Beim Old Wagon kaum angekommen wurde ich schon von meinem neuen Freund des vorherigen Abends freudig begrüßt und an einen Tisch mit ca. fünfzehn Leuten platziert, nicht ohne mich vorzustellen.
Auch hier wurde ich freundlich aufgenommen und erstmal mit tausend Fragen zu Deutschland gelöchert. Im Gegensatz zu Frankfurt – wo alleine ausgehen durchaus frustrierend sein kann – hat man in Californien nie das Gefühl, seltsam angeschaut zu werden als Frau alleine. Es ist einfach alles viel normaler und lockerer. Die Deutschen schimpfen immer über die Oberflächlichkeit der Amerikaner. Aber diese Oberflächlichkeit macht es auch viel einfacher, erste Kontakte zu knüpfen. Und von Tiefsinnigkeit in deutschen Kneipen habe ich auch noch nicht viel bemerkt.

Ok, jetzt zur J.C. Smith Band… Während Kaye Bohlen eher ruhigen und etwas souligen Blues singt, ging es hier wesentlich fetziger und auch rockiger zur Sache. Eigentlich ist das nicht so meine Richtung, ich stehe eher auf den melancholischen und ruhigeren Blues. Doch die Band war einfach gut, die Sonne, der nette Garten, die gute Stimmung und das Bier taten ihr übriges. J.C. Smith hat eine sehr kräftige und klare Stimme und singt die Balladen genauso gut wie die schnellen Stücke.

Ich war froh zu diesen Gigs gekommen zu sein. Sie haben mich vor den ET’s und Trekkies gerettet und ich freue mich schon auf ein nächstes Mal.

httpv://www.youtube.com/watch?v=6_DBf5un-bw

httpv://www.youtube.com/watch?v=gtgZ7udhv8k

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Omnia – Drum Performance

Am 30.9.09 ist Omnia im “Raum für Kultur” in Frankfurt aufgetreten. Zufällig bin ich auf sie in der Fußgängerzone gestoßen, wo sie gespielt hat als Anreiz für ihre Performance und war gleich begeistert. Unter einer Drum Performance konnte ich mir bislang nicht allzuviel vorstellen, deshalb beschloss ich, an der Veranstaltung teilzunehmen. Die Frau ist eine tolle Schlagzeugerin und die “Performance” war der Rahmen für einige super Drum-Soli. Sehr originell.

Leider war das Publikum nicht so ganz mein Fall. Halt Bildungsbürgertum, dass sich selbst viel zu ernst nimmt. Andächtig lauschende Alt-68er Akademiker mit geschlossenen Augen, die noch nicht mal den kleinen Zeh im Takt wippen können. Was bei dem tollen Rhytmus schon eine Leistung an sich ist. Feine Damen und Herren, die in ihrem Leben noch nicht freiwillig einer Drum-Session beigewohnt haben und damit wohl auch gar nichts anfangen könnten, wenn es nicht zufällig im “Raum für Kultur” stattgefunden hätte.

Ich würde mich freuen, diese Frau nochmal in einer anderen Atmosphäre spielen zu sehen.

Hier ein Video:

httpv://www.youtube.com/watch?v=1zrZldGtp78

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Blues-Texte – Strange Fruit

„Strange Fruit“ (engl. Sonderbare Frucht) ist ein Musikstück, das seit dem Auftritt der afroamerikanischen Sängerin Billie Holiday 1939 im Café Society in New York weltweit bekannt wurde. Das von Abel Meeropol komponierte und getextete Lied gilt als eine der stärksten künstlerischen Aussagen gegen Lynchmorde in den Südstaaten der USA und als ein früher Ausdruck der US-amerikanischen Bürgerrechtsbewegung. Der Ausdruck Strange Fruit hat sich als Symbol für Lynchmorde etabliert.

Die im Lied angesprochene Strange Fruit ist der Körper eines Schwarzen, der an einem Baum hängt. Der Text gewinnt seine emotionale Schlagkraft vor allem dadurch, dass er das Bild des ländlichen und traditionellen Südens aufgreift und mit der Realität der Lynchjustiz konfrontiert.

Southern trees bear a strange fruit,
blood on the leaves and blood at the root,
black body swinging in the Southern breeze,
strange fruit hanging from the poplar trees.
Bäume im Süden tragen eine sonderbare Frucht
Blut auf den Blättern und Blut an der Wurzel
Schwarzer Körper schaukelt in der Brise des Südens
Sonderbare Frucht hängt von den Pappeln

Hintergrund

„… for the sun to rot/for a tree to drop/Here is a strange and bitter crop.“

Auch nach dem Ende der Sklaverei und der Reconstruction-Ära war Rassismus in den USA noch ein alltägliches Phänomen. Der Oberster Gerichtshof der Vereinigten Staaten hatte Rassentrennung unter dem Grundsatz Getrennt, aber gleich zugelassen, was in der Praxis nur sehr selten auf ein aber gleich hinaus lief. Nach eher konservativen Annahmen des Tuskegee Institute wurden in den Jahren 1889 bis 1940 insgesamt 3.833 Menschen gelyncht; 90 Prozent dieser Morde fanden in den Südstaaten statt, vier Fünftel der Opfer waren Afroamerikaner. Oft war nicht einmal ein Verbrechen als Anlass des Mordes nötig; wie im Fall Emmett Till reichte manchmal damit die Schwarzen nicht zu aufmüpfig werden als Begründung. 1939 hatte es bereits drei Lynchmorde gegeben, eine Umfrage in den Südstaaten ergab, dass sechs von zehn Weißen die Praxis des Lynchens befürworteten.

Die Sängerin: Billie Holiday

Die Sängerin Holiday hatte sich 1939 bereits aus dem Elend ihrer Jugend herausgearbeitet. Sie hatte Produktionen mit Count Basie, Glenn Miller und Artie Shaw aufgenommen und galt als verkaufsträchtige Jazz-Sängerin und ausgezeichnete Unterhaltungsmusikerin. Die damals 24-Jährige hatte zu dieser Zeit neu im Café Society angefangen; vorher war sie in einem New Yorker Hotel gezwungen worden, den Frachtaufzug zu benutzen – bezeichnenderweise war das Hotel nach Abraham Lincoln benannt. Sie war in ihrem Leben zahlreichen Formen des Rassismus ausgesetzt. Ihr Vater starb 1937 vor allem deshalb, weil sich alle Krankenhäuser der Gegend weigerten, einen Afroamerikaner zu behandeln. Sie sagte dazu: Nicht die Lungenentzündung tötete ihn, Dallas tötete ihn.

Der Song sticht im Repertoire Holidays heraus. Während sie sowohl als elegante Jazz-Sängerin wie auch als ausdrucksstarke Blues-Interpretin bekannt war, erreichte sie vor allem mit Strange Fruit Weltruhm. Das öffentliche Bild von Billie Holiday und dem Song verschmolzen miteinander: Sie war nicht mehr nur die Frau, die ihr Publikum verführen und rühren konnte, sie war fähig, es regelrecht zu erschüttern. Einige ihrer Bekannten behaupten, dass sie intellektuell nicht fähig gewesen sei, auf dem Abstraktionsniveau des Songs überhaupt zu begreifen, wovon dieser handelte. Das erscheint jedoch unglaubwürdig – zum einen aufgrund ihres Vortrags, aber auch, weil Lynchjustiz damals derart gegenwärtig war, dass es unwahrscheinlich ist, dass eine Schwarze nicht hätte begreifen können, worum es geht. Holiday selbst wollte, dass ihre Autobiographie die letzten beiden Worte des Lieds, Bitter Crop (dt: Bittere Ernte), im Titel enthielt, der Verlag sah aber keine Möglichkeit dazu.

Der Komponist und Texter: Abel Meeropol

Abel Meeropol war russisch-jüdischer Lehrer aus der Bronx und Mitglied der kommunistischen Partei der USA. Er sah ein Foto des Lynchmords an Thomas Shipp und Abram Smith, das ihn nach eigenen Aussagen für Tage verfolgte und nicht schlafen ließ. Daraufhin schrieb er das Gedicht Bitter Fruit und veröffentlichte es unter dem Pseudonym Lewis Allan im Magazin New York Teacher und der kommunistischen Zeitung New Masses. Später schrieb er das Gedicht in den Song Strange Fruit um. Die Erstaufführung erfolgte durch Meeropols Frau bei einer Versammlung der New Yorker Lehrergewerkschaft. Strange Fruit gewann eine gewisse Popularität innerhalb der US-amerikanischen Linken. Barney Josephson, der Inhaber des Café Internationals, hörte davon und stellte Meeropol und Holiday einander vor. Obwohl Meeropol später noch andere Songs schrieb, darunter auch einen Hit für Frank Sinatra, hing sein Herz immer besonders an diesem Stück. Um so verletzter war er, als Holiday in ihrer Autobiographie behauptete, dass Strange Fruit von ihr und ihrem Klavierspieler Sonny White geschrieben worden sei.

Café Society

Das Café Society war ein Club der linken und liberalen Intellektuellen und der New Yorker Bohème im Greenwich Village. Obwohl überwiegend von Weißen besucht, fand sich doch ein gemischtes Publikum ein – es war der einzige New Yorker Club außerhalb Harlems, der überhaupt Weißen und Schwarzen gleichzeitig offenstand. Der Betreiber Barney Josephson war ebenso ein vehementer Anhänger der „Rassenintegration“ wie von gutem Jazz und guter Unterhaltung.

Text

Southern trees bear a strange fruit,
Blood on the leaves and blood at the root,
Black body swinging in the southern breeze,
Strange fruit hanging from the poplar trees.
Pastoral scene of the gallant south,
The bulging eyes and the twisted mouth,
Scent of magnolia sweet and fresh,
And the sudden smell of burning flesh.
Here is a fruit for the crows to pluck,
For the rain to gather, for the wind to suck,
For the sun to rot, for a tree to drop,
Here is a strange and bitter crop.

Aufführung

Billie Holiday, fotografiert von Carl van Vechten

Holiday zögerte anfangs, Strange Fruit in ihr Programm aufzunehmen – zu sehr wich das Lied von ihrem sonstigen Repertoire ab. Nach der ersten Aufführung herrschte Stille im Café Society. Erst nach einiger Zeit begann zögernder, sich steigernder Applaus.

Die bis dahin gesungenen Versionen hatten das Gedicht entweder als linkes Kampflied oder mit oft übermäßigem Pathos vorgetragenes Mitleidsstück aufgeführt. Billy Holiday dagegen machte daraus einen unmittelbaren und eindringlichen Vortrag. Ein Biograph von Holiday bemerkte dazu: „Bei vielen Coverversionen hat man das Gefühl, eine hervorragende Aufführung eines hervorragenden Songs zu hören; wenn Billie sang, hatte man das Gefühl, direkt am Fuß des Baumes zu stehen.“ Diese Interpretation sprach ein weit größeres Publikum als bisher an und schaffte es, über die ohnehin interessierten Kreise Beachtung zu finden. Damit wurde der Horror der schwarz-weißen Beziehungen, den eine große Bevölkerungsmehrheit nur passiv hinnahm, wieder als gesellschaftliches Problem wahrnehmbar.

Strange Fruit wurde im Café Society Holidays Abschlusssong. Sämtliche Lichter bis auf ein Spotlight auf die Sängerin wurden ausgeschaltet, sie selbst hielt die Augen während der Einleitung geschlossen. Sofort nach der Aufführung ging sie ab und verschwand. Dem folgte in der Regel Stille und keine weitere Musik – als klares Zeichen, dass jetzt das Ende des Auftritts erreicht sei.

Holiday verwendete den Song in ihrem Repertoire nun als eine Art Abschlusszugabe: sowohl, um ihn mit einem ihr sympathischen Publikum zu teilen als auch, um ein Publikum herauszufordern, das ihr nach ihrer Meinung den Respekt verweigerte. Sie schrieb dazu in ihrer Autobiografie: „Dieses Lied schaffte es, die Leute, die in Ordnung sind, von den Kretins und Idioten zu trennen.“ In den Südstaaten, durch die sie ohnehin selten tourte, spielte Holiday das Lied noch seltener, da sie wusste, dass es Ärger auslösen würde. In Mobile, Alabama wurde sie aus der Stadt gejagt, nur weil sie versucht hatte, das Lied zu singen.

Aufnahmen

Holidays damalige Plattenfirma Columbia Records weigerte sich, Strange Fruit auf Platte zu produzieren. Da die Firma kein offizielles Statement herausgab, kann heute über den Grund nur gemutmaßt werden. Zum einen wohl, weil das Lied insbesondere für das weiße Publikum der Südstaaten als politisch zu anstößig und geschäftsschädigend aufgefasst worden wäre, zum anderen aber wohl auch, weil es stilistisch einen zu großen Bruch mit dem Standard-Repertoire von Holiday bedeutet hätte, das größtenteils aus typischer Nachtclubmusik bestand. Immerhin erhielt sie die Freigabe, das Lied für Commodore Records, eine kleine jüdische New Yorker Plattenfirma aufzunehmen.

Begleitet wurde Lady Day bei der Session am 20. April 1939 von dem Trompeter Frank Newton und seiner „Café Society Band“; dazu gehörten die Saxophonisten Tab Smith, Kenneth Hollon und Stanley Payne, der Pianist Sonny White, der Gitarrist Jimmy McLin, der Bassist John Williams und der Schlagzeuger Eddie Dougherty.[1] Bei dieser Session wurden auch die Titel Yesterdays, Fine and Mellow sowie I Gotta Right to Sing the Blues aufgenommen.

Obwohl der Song zum Standardrepertoire der US-amerikanischen Musikgeschichte gehört und beliebt ist, wird er doch selten gehört oder gespielt. Insbesondere die Version von Billie Holiday beschreiben viele Hörer als psychisch verstörend oder gar physisch schmerzhaft. Die Herausforderung für einen Interpreten, den Song aufzuführen – und damit in direkten Vergleich zu den Holiday-Versionen zu treten –, gilt als enorm; daher weichen viele dieser Herausforderung aus.

Billie Holiday selbst nahm das Lied noch mehrfach auf: Im Studio am 7. Juni 1956 für Verve mit dem Orchester von Tony Scott[2] und für das britische Fernsehen in London im Februar 1959[3], sowie live am 12. Februar 1945 im „California Philharmonic Auditorium“ in Los Angeles für Jazz at the Philharmonic[4] und am 1. November 1951 im „Storyville Club“ in Boston[5].

Andere berühmte Versionen des Songs sangen Josh White, Carmen McRae, Eartha Kitt, Cassandra Wilson, Nina Simone, Tori Amos, Pete Seeger, Diana Ross, Siouxsie & the Banshees, UB40, Robert Wyatt und Sting, Tricky produzierte einen Remix, und Lester Bowie mit seiner Brass Fantasy spielte eine Instrumentalversion ein.

Joel Katz drehte 2002 eine Dokumentation über den Song. Der einzige humoristische Umgang mit dem Begriff „Strange Fruit“ klingt in dem britischen Film „Still Crazy“ an, in dem alternde Rockstars ihre ehemalige One-Hit-Band „Strange Fruit“ wieder aufleben lassen.

Wirkung

In seiner Symbolkraft gilt Strange Fruit als ähnlich wichtig für die Bürgerrechtsbewegung wie die Aktion von Rosa Parks. Neben We Shall Overcome und vielleicht noch Bob Dylans The Death of Emmett Till ist kein anderes Lied derart mit dem politischen Kampf um schwarze Gleichberechtigung verwoben. Bei seiner Einführung noch als Schwarze Marseillaise gefeiert, beziehungsweise als Propagandastück bekämpft, wurde es im Laufe der Zeit immer mehr als überpolitisch wahrgenommen: als musikalische Einforderung der Menschenwürde und Gerechtigkeit. Besonders einflussreich in der Rezeption war Angela Davis‘ Buch: Blues Legacies and Black Feminism. Während Holiday oft als „bloße Unterhaltungssängerin“, die quasi als Medium für den Song diente, porträtiert wurde, zeichnete Davis auf dem Hintergrund ihrer Untersuchungen das Bild einer selbstbewussten Frau, die sich der Wirkung und des Inhalts von Strange Fruit sehr bewusst war. Oft genug setzte Holiday ihn gezielt ein. Obwohl er zu ihrem Standardrepertoire gehörte, variierte sie ihn wie keinen anderen in der Art der Vorführung. Das Lied interpretierte Davis als maßgeblich für die Wiederbelebung der Tradition von Protest und Widerstand in der afroamerikanischen und US-amerikanischen Musik und Kultur. Das Time Magazine bezeichnete Strange Fruit 1939 als Musikalische Propaganda, kürte das Lied aber 60 Jahre später zum Song des 20. Jahrhunderts. Strange Fruit war lange Zeit in den USA im Radio unerwünscht, die BBC weigerte sich anfangs das Lied zu spielen, im südafrikanischen Radio war das Lied in der Zeit der Apartheid offiziell verboten.

Dieser Artikel ist ein Auszug aus dem Artikel http://en.wikipedia.org/wiki/Blue-eyed_soul aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation.

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Gedanken über Blues

Obwohl Blues im “schwarzen Amerika” groß geworden ist, ist es eine Musik die jeden betrifft der sich darauf einlässt. Wir sind alle vom selben Blut und teilen die universellen Gefühle wie Liebeskummer, Angst, Trauer, Freude und Lebenslust.

Wenn ich traurig bin, liebe ich Blues. Ich höre Billie Holiday oder anderen zu und das gibt meiner Trauer eine Form und einen Ausdruck. Und ich fühle mich nicht so allein, weil diese Menschen wußten, was Schmerz bedeutet.

Aber auch wenn ich fröhlich bin, höre ich gern Blues. Dann höre ich nicht die Trauer heraus, sondern die Kraft und die Energie, die uns befähigt, mit allem fertig zu werden und das Leben mit einem lachendem und einem weinendem Auge zu betrachten.

Im übrigen denke ich, dass die Auswahl der Musik, die zu einem passt, höchst subjektiv ist. So wie ich mich im Blues wiederfinde, findet sich jemand anders vielleicht im Punk oder Heavy Metal wieder.

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