Was meine Bilder über mich aussagen, oder auch nicht

Tag 14

Manchmal irritiert es mich, dass von einem Bild auf meinen aktuellen Gemütszustand geschlossen wird. Ich male sicher intuitiv und hauptsächlich aus dem Bauch heraus, ohne Vorlagen. Und ich erzähle damit über Gefühle, versuche sie abstrakt darzustellen und durch Farbe eine bestimmte Stimmung zu erzeugen. So gut zu werden, dass Betrachter sich berührt fühlen oder es sogar etwas in ihnen auslöst, ist mein Ziel. Manchmal ergeben sich dadurch tolle Gespräche, dass ist eine große Bestätigung für mich. Aber ich bin nicht mein Bild.

Bei einem Landschaftsmaler fragt niemand, wie das geistige Befinden während des Prozesses war.

Ich muss mich nicht im aktuellen Moment mies fühlen, nur weil ich gerade ein Bild über Ängste oder Schmerz male. Das wäre auch nicht gut, denn Kunst ist für mich keine Selbsttherapie, die schlechte Arbeit entschuldigt. Ich mache mir Gedanken über meine Komposition, welche Farben ich nehme, welche Technik die Beste ist und wenn der Rahmen für meine Arbeit mehr oder weniger festgelegt ist, dann geht es erst an den „Künstlerischen Ausdruck“. All das zusammen ergibt dann das Werk.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.